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Gekocht wird, wie das früher so üblich war, über dem offenen Feuer, und unsere Speisekarte orientiert sich weitestgehend an überlieferten Zutaten und Rezepten.
Trotzdem wandert auch mal das ein oder andere moderne Kochgut in unsere Töpfe, aber wir essen es dann ganz schnell auf, damit es keiner merkt......
Übrigens soll es hier nicht nur bei den Rezepten allein bleiben, denn so manches Gericht hat seine eigene Geschichte zu erzählen.

Was die Oma noch wußte:
Meine Mutter nennt es “Gemüsesalz” und das Rezept für die Herstellung geistert schon lange in unserer Familie herum.

Zutaten:
Lauchstangen
Möhren
Sellerie (Knolle)
Salz

Das Gemüse wird durch den Fleischwolf gedreht, wodurch eine dicke Paste entsteht. Diese wird mit reichlich Salz sehr stark eingesalzen und in verschliessbare Gläser gefüllt.
So einfach wie die Zubreitung, so wirkungsvoll ist diese “Turbopaste”, wie ich sie nenne. Ein Löffelchen davon ins Gemüse oder eine Brühe reicht vollkommen aus, um dem ganzen Gericht eine sehr angenehme, würzige Note zu verleihen.
Allerdings sollte man dies VOR dem Salzen des Gerichts tun, da ein Nachsalzen dann kaum noch erforderlich wird.
Die Bestandteile sind absolut “A” und ersetzen das gute Würfelchen von Maggi auf natürliche Weise.
Das Gemüsesalz lässt sich, an einem dunklen und kühlen Ort (Kühlschrank oder Keller), über Monate lagern. Es kann sein, daß es dabei seine frische Farbe verliert und etwas gräulich aussieht, lässt sich aber trotzdem noch verwenden. Allerdings sollte es dann langsam aufgebraucht werden.

 

Fisch in Ton gebacken:
Ein Gericht, das wunderbar schmeckt und normalerweise keine Probleme bei der Zubereitung machen sollte, aber.....

Es begab sich, daß wir von einer in Ton gebackenen Forelle kosten durften. Wir waren sofort begeistert, denn das Fleisch war extrem saftig und zart.
Also wollten wir das selbst auch ausprobieren.
Eine Freundin brachte schamottierten Ton mit, der, wie sich erst später herausstellen sollte, gewisse Tücken hat.


Da es sich um ein Kochexperiment handelte, besorgten wir uns 4 einfache, tiefgekühlte und ziemlich tote Forellen.

Wir nannten sie dann Kalli-Seppel, Kalli-Seppel, Kalli-Seppel und Kalli-Seppel ;o)

 


Im nächsten Schritt wurden dann alle vier Kalli-Seppel erst einmal mit diversen Kräutlein und Gewürzen wie feingehackte Zwiebel, zerriebenes Lorbeerblatt, gestossene Wacholderbeeren, einer Prise gemahlener Nelke und Salz im Bauch gewürzt.

Anschliessend folgte der etwas schwierige Teil sie mit dem Ton zu umhüllen, was bei der klebrigen Pampe nicht gerade einfach war.

 


Nun konnten die kleinen Päckchen vorsichtig in die Glut, wo wir sie ca. eine halbe Stunde gut eingegraben gelassen haben.

Nach Ende der Garzeit, die wir im kleinen Kreis vorher ausdiskutiert hatten, wurden die inzwischen gut ausgehärteten Tongebilde wieder herausgefischt.

Neugier machte sich breit: Wie wird wohl der Inhalt aussehen?

Eins der Päckchen war ein wenig aufgeplatzt, und uns strömte ein verführerischer Duft entgegen.

 

 

 

 


Nachdem der harte Ton dann aufgeklopft war, war das Ergebnis allerdings nicht mehr ganz so verführerisch, denn der Ton bröckelte in sehr unschöner Art und Weise auf den Inhalt, so daß außer einer kleinen Kostprobe nicht mehr viel von dem schönen Fisch zu gebrauchen war.

Wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann hielt sich die Begeisterung entsprechend in Grenzen.

 

 

 

 

Die kleine Kostprobe war wirklich ausgesprochen lecker, auch wenn sie für mich ziemlich teure Folgen hatte, denn durch eins der harten Schamottkörnchen war mir ein Stück Zahn weggebrochen.
Und was lernen wir daraus?
Das nächst Mal versuchen wir es mit einfachem Lehm oder besorgen uns unbehandelten Ton ohne Zusätze, was eigentlich fast das Gleiche ist.

 

“Brötels”

Dieses Rezept wurde bei Gewitterhagel und Sturm erprobt und für GUT befunden!

Man nehme:
ungefähr 500g Mehl (also ‘ne halbe Tüte voll, denn wer kann das im Freien schon so genau abwiegen?!)
ein Päckchen Trockenhefe (die moderne, die sogar Backdiletanten wie mir Erfolgserlebnisse verschafft)
warmes Wasser
etwas Salz, eine Prise Zucker
Kräutlein wie z.B. Majoran
und nach Wunsch Speckwürfelchen, feingehackte Zwiebelchen, oder kleine Käsewürfel

Das Mehl mit den Kräutlein, Salz und Zucker trocken vermischen, eine kleine Mulde machen und das warme Wasser hineingiessen (der Teig sollte nicht zu flüssig aber auch nicht zu trocken werden).Den Teig gut kneten, wie man Teige eben so knetet.
Dann dürfen auch die Speck- oder/und Zwiebelwürfelchen mit rein.
Danach gut abdecken und am Besten ins Zelt stellen, damit keine Zugluft dran kommt und die Wärme des Wassers ein wenig erhalten bleibt. Dann den Teig in Ruhe gehen lassen und warten, bis er wiederkommt......


Nach ca. einer halben (Markt-)Stunde (kein Mensch weiß, wie lang die eigentlich wirklich ist) den Teig nochmals kneten, kleine Kugeln formen (in etwa Pizzabrötchenformat), erneut abdecken und nochmals gehen lassen.
Jetzt kommen die Käsewürfel ins Spiel.... Einfach in die Mitte des Brötels plazieren und gut mit Teig abdecken, damit nicht ausläuft und anbacken kann.
Wieder eine halbe (Markt-)Stunde später können die “Brötels” dann in einer Pfanne oder auf einem Blech ohne Fett gebacken werden. Die Pfanne oder das Blech sollten ganz glatt sein, damit es nicht anbackt. Nicht so ganz authentisch aber unheimlich praktisch und pflegeleicht sind emaillierte (Paella-)Pfannen.
Jetzt gut aufpassen, daß es nicht anbrennt. Lieber mit einer nicht ganz so heißen Flamme oder Glut anfangen (also etwas höher hängen) und erst einmal außen herum knusprig backen. Dabei häufig wenden! Wenn außen eine leichte Kruste drauf ist, kann man auch etwas mehr Temperatur zugeben (also etwas tiefer ans Feuer).
Unsere Brötels haben ca. 15-20 min. (geschätzte Zeit) gebraucht.
Am besten sofort noch heiß und mit einem kleinen Klecks Butter essen!