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Das böse A-Wort
oder das Problem mit der Authentizität

Jeder von uns hat, trotz all seiner Bemühungen einer historisch halbwegs korrekten Darstellung, schon einmal den mehr oder weniger ernst gemeinten Spruch “das ist aber nicht A” einstecken müssen und sich entweder darüber geärgert, oder lächelnd darüber hinweg gesehen.

Aber was bedeutet dieses ominöse “A” denn nun wirklich?

Wörtlich betrachtet leitet sich der Begriff Authentizität vom griechischen authentikós ab und bedeutet nichts anderes als “echt”.
Laut Wikipedia heißt dies Echtheit im Sinn “als Original befunden”.

Und was bedeutet “Original”?
Dazu schauen wir uns ebenfalls mal die Definition des Wortes an: (lt. Wikipedia)
Der Begriff Original (von lateinisch: origo Ursprung) bezeichnet

-
den Gegensatz zu Fälschung: ein echtes Produkt oder Ding im weitesten Sinne, das nicht vorgibt, etwas anderes zu sein, als es ist
- den Gegensatz zu Kopie: das vom Künstler selbst geschaffene, unveränderte, nicht
 reproduzierte Exemplar
- eine Urfassung: die erste Fassung eines Textes, Buches, Bildes, Kunstwerks etc.
- die Vorlage, das Modell (zum Beispiel für ein Gemälde)
-
einen eigenartigen oder durch bestimmte Charaktereigenschaften auffallenden Menschen. 
 Volkstümliche (oft erfundene) Geschichten über letztere machen ein
Stadtoriginal aus.

Und da fängt die eigentliche Misere schon an.

Wenn wir uns nach der reinen Definition der Begriffe authentisch und original richten, dann ist mit Ausnahme von uns selbst, als Person, wohl keine einzige Darstellung authentisch, denn selbst die beste Kopie eines Gegenstandes wäre nicht Original.
Andererseits würden lt. Definition alle von uns nach einer historischen Vorlage gefertigten Dinge, in die unsere künstlerische Freiheit mit eingeflossen ist, wiederum zu einem Original werden, was sie damit authentisch werden liesse, aber sicher Magenschmerzen verursachen würde, wenn diese künstlerische Freiheit ein gewisses Mass überschritte.

Und wie weiter?
Im Grunde genommen ist unser flotter Spruch “das ist aber nicht A” also rein von der Begriffsbestimmung falsch.
Nur wie soll man sein Anliegen korrekt und ohne lange Umschweife auf den Punkt bringen?
Soll man in Zukunft immer gleich nach einem Quellennachweis oder Beleg fragen, wenn man einfach nur darauf aufmerksam machen möchte, daß da vielleicht irgendein Detail nicht so ganz korrekt gewählt wurde?
Und würde unsere harmlose Witzelei mit Augenzwinkern dann nicht in einer peinlichen Diskussion enden?
Und würde nicht zuerst einmal eine Diskussion darüber entbrennen, was Authentizität denn eigentlich bedeutet, da sich wohl nicht jeder eindeutig darüber im Klaren ist, weil er sich einfach noch nie danach gefragt hat?
Wie wollen wir also damit umgehen?
Fragen über Fragen, auf die wohl jeder seine eigenen, authentischen Antworten finden muß.