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General-Anzeiger online - Bonn

"Lange Nacht der Wikinger" zeigte die Nordmänner in allen Facetten

Großer Andrang im Rheinischen Landesmuseum Bonn

Bonn. (wlz) Über riesigen Andrang konnte sich das Rheinische Landesmuseum am Samstag abend freuen. Zum Abschluss der Ausstellung "Wikinger am Rhein. 800 bis 1000" hatte das Museum zur "Langen Nacht der Wikinger" eingeladen und sich dafür so einiges einfallen lassen.


Kleidung aus der Karolingerzeit zeigte der Künstler Andreas Sturm anlässlich der "Langen Nacht der Wikinger" im Rheinischen Landesmuseum. Foto: Frommann

Überall konnten die Besucher "echten" Wikingern begegnen. Die Gruppe "Bifroest" aus Koblenz und Wiesbaden hat sich der Darstellung der Wikingerzeit verschrieben. Zusammengeführt hat die Gruppe das Interesse an der Brauchtumspflege. Die Mitglieder haben sich selbst originalgetreue Kleidung genäht und beherrschen auch das Handwerk der Nordmänner. So zeigten sie den Besuchern, wie man damals Wolle filzte, Borten webte und Schmuck herstellte und luden vor allem die Kinder zum Mitmachen ein.

Claudia Hammer von "Bifroest" ist besonders fasziniert vom Äußeren der Wikinger, aber auch davon, wieviel unterschiedliches Handwerk diese Menschen beherrschten. "So kann ich meine Kreativität unheimlich gut ausleben."
Zeitgenössische Musik bekamen die Besucher von der Gruppe "Süßholz" zu hören. Die Musiker spielten auf dem Instrument Dulcimer, eine Form der Zither.

Doch das Museum verschwieg auch nicht die dunkle Seite der Wikingerkultur. Schließlich fielen die Männer aus dem hohen Norden während des 9. Jahrhunderts mehrmals in das Rheinland ein und verbreiteten Angst und Schrecken, was ihnen den Ruf als grausame Seeräuber und Piraten eintrug.

Von den Überfällen berichtete Andreas Sturm in der Rolle eines Mönches aus dem Kloster Prüm, das innerhalb eines Jahrzehnts zweimal geplündert wurde. Seine Partnerin Angharad Beyer schlüpfte in die Rolle einer Bäuerin, deren Mann von den Nordmännern erschlagen wurde und die dann mit ihren Kindern allein die Hofstelle bewirtschaften musste.

Die beiden Künstler zeigten außerdem, wie sich die Menschen der Karolingerzeit gekleidet haben. Die Frauenkleider aus Wolle mit Seidenborte im byzantinischen Stil kennt man von Bilderhandschriften, genau wie die Kleidung der Männer, bestehend aus Hose, Tunika, Wadenwickel und weichen Lederschuhen.

(17.10.2004)

Kölner Stadtanzeiger - online

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