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Götter...
Sagen...
und Mythos
So alt wie die Menschheit selbst, so alt ist auch der Glaube des Menschen an höhere, übergeordnete Wesen oder Götter.
Möglicherweise entstand dieser aus dem Wunsch heraus, unerklärliche Phänomene oder Naturgewalten zu begründen. Vielleicht aber auch um die Verantwortung
für bestimmte Ereignisse in eine “göttliche” Hand zu legen. Dies würde zumindest erklären, warum manche Kulturen eine so große Vielfalt an Göttern haben, die alle
eine bestimmte Funktion erfüllen.
Die nordische Mythologie der Wikinger ist nichts anderes als die germanische
Mythologie. So ist es auch zu verstehen, dass die Hauptquellen der Edda und Sagen Sammlungen entstammen, die von weit her kommen, von Island, dem Außenposten der germanischen Welt.
Die Wikinger waren ein germanisches Volk, das in Skandinavien vom späten 8. Jahrhundert bis zur Mitte des 11. Jahrhunderts siedelte. Es zeichnete sich ebenso durch große Ritterlichkeit
aus wie durch große Grausamkeit. So plünderten sie die Ostküste Englands. Sie töteten mit unvorstellbarer Grausamkeit, aber man darf nie vergessen, dass sich alles in einer grausamen Zeit abspielte.
Und es war eine Zeit, wo die galwegischen Krieger Schottlands sich ein Vergnügen daraus machten, Säuglinge und kleine Kinder zu pfählen. Der Unterschied zwischen den Wikingern und den Galwegern lag nur
darin, dass die Wikinger ihren unmenschlichen Taten eine Philosophie gaben, ihren Kriegs- und Beutezügen ein Ziel und eine Methode, und ihre Herrschaft unter ein göttliches System stellten. Ihre Götter forderten sie auf, grausam bis in den Tod zu sein, und ein verwundeter Krieger sollte das Vorrecht haben, auch noch in der Niederlage und im Tod
seinem Bezwinger seinen stolzen und unbesiegbaren Mut zu Zeigen. In ihrer Todesverachtung zeigten die Wikinger einen großen Sinn für Ehre und Anstand, und wenn der Krieger auch an einen schrecklichen Tod starb,
so zeigte er auch in seinem Nachleben seinen Bezwingern gegenüber nie seine Rachegefühle. Die Wikinger lebten in Ländern, die zu ihren Bewohnern nicht gerade gastfreundlich waren.
Die Sommer waren kurz und die Winter lang. Und die Gletscher im hohen Norden bedeuteten eine ständige Bedrohung. So versuchten sie die Welt zu verstehen, die sie umgab.
Donner und Blitz mussten der mächtige Hammer Mjöllnir von Thor sein. Das Knirschen der Gletscher hörte sich an wie das Schreien der gewaltigen Eisriesen. Der Regenbogen erschien ihnen als eine
Brücke zwischen dem Land der Götter und dem Land der Sterblichen. Die Mythologie der Wikinger ist nicht eine einzige und zusammenhängende Geschichte. Im Gegenteil, ihre Mythologie
besteht aus vielen kleineren, in sich zusammenhängenden Mythen und viele von ihnen sind literarisch anspruchsvolle Geschichten die auch heute noch unser Interesse verdienen.
Bei Forschungen wurde interessanterweise herausgefunden, dass die Wikingermythen auf historischen Ereignissen beruhen. Die Saga von Erik dem
Roten erzählt, wie der gewaltige Krieger seine skandinavische Heimat verließ, um ein neues Land im Westen zu erobern, das er “Grünland” nannte, und wo die Wikinger 985n. Chr. eine Kolonie
gründeten. Es war keine erfolgreiche Gründung, aber gut genug, um Eriks Sohn, Leif Eriksson als Ausgangspunkt für eine noch gewaltigere Eroberung zu dienen. Leif Eriksson überquerte den
Atlantik und gründete dort, wo er Festland unter die Füße bekam, die Kolonie Vinland. Heute weiß man, dass er an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika gelandet war. Es wurden
zahlreiche archäologische Zeugnisse dieser Siedlung in den letzten Jahren gefunden und konnten eindeutig den Wikingern zugeordnet werden. Die Wikinger segelten aber auch in südlicher Richtung, in das
Mittelmeer, wo sie zusammen mit den keltischen Iren dem römischen Imperium gefährlich wurden.
Dies und noch andere Beispiele zeigen, dass die Sagen der Wikinger mehr sind – als eben nur Sagen.
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